Plasma, nicht Luft
Der Sonnenwind besteht zu rund 95 % aus Wasserstoffionen (Protonen) und Elektronen, dazu Helium- und schwerere Ionen. Es ist also voll ionisiertes Plasma — ein Gas, in dem Atome und Elektronen voneinander getrennt sind und das deshalb elektrisch leitfähig ist.
Herkunft Sonnenkorona
Die Korona der Sonne ist mit über einer Million Grad so heiß, dass die Gravitation der Sonne die Teilchen nicht mehr festhält. Sie strömen kontinuierlich nach außen — wir leben buchstäblich in der äußersten Atmosphäre der Sonne.
Geschwindigkeit, nicht Wind
Mit 300–800 km/s ist der Sonnenwind extrem schnell, gemessen an irdischen Maßstäben — und gleichzeitig sehr dünn. Auf einem Kubikzentimeter kommen typischerweise nur 5–10 Teilchen. Trotzdem ist der Impulsfluss groß genug, um die Magnetosphäre der Erde zu komprimieren und zu verformen.
Das eingebettete Magnetfeld
Weil Plasma elektrisch leitfähig ist, „friert" das Magnetfeld der Sonne darin ein und wird mitgetragen. Bei der Erde misst man dieses interplanetare Magnetfeld (IMF) in seinen drei Komponenten — die wichtigste davon ist Bz.
Dichte und Druck
Neben der Geschwindigkeit bestimmt die Dichte (Teilchen pro cm³) den dynamischen Druck des Sonnenwinds. Hohe Dichte presst die Magnetosphäre stärker zusammen und kann auch ohne hohe Geschwindigkeit Effekte auslösen. AuroraCast nutzt für die Einordnung primär die Geschwindigkeit, weil sie der zugänglichste Indikator ist.
Temperatur
Der Sonnenwind hat trotz seiner geringen Dichte Temperaturen von 100.000 bis 1 Mio. K. Dieser Wert sagt aber wenig über sein Aurora-Potenzial — er ist eher ein Marker für die Herkunft (langsamer Wind hat tendenziell höhere Temperatur).