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Sonnenwind -- km/s Geschwindigkeit
Bz-Magnetfeld -- nT Negativ = günstig
Sichtbar ab --°N Südlichster Breitengrad
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Aurora Oval – Live-Karte

Intensität: Niedrig
Hoch

Kp-Index Vorhersage (7 Tage)

G0 (Kp 0-4): Ruhig
G1 (Kp 5): Schwacher Sturm
G2 (Kp 6): Moderater Sturm
G3 (Kp 7): Starker Sturm
G4-G5 (Kp 8-9): Extremer Sturm

Polarlicht-Wissen

Was sind Polarlichter?

Polarlichter (Aurora Borealis) entstehen, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes auf das Magnetfeld der Erde treffen und in die Atmosphäre geleitet werden. Dort regen sie Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten an – in Grün, Rot, Violett und Blau. Die beeindruckenden Lichterscheinungen treten vor allem in einem ovalen Band rund um die magnetischen Pole auf.

Was ist der Kp-Index?

Der Kp-Index misst die geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 9. Werte von 0–4 gelten als ruhig, ab Kp 5 spricht man von einem geomagnetischen Sturm. Je höher der Wert, desto weiter südlich sind Polarlichter sichtbar. In Deutschland braucht man in der Regel mindestens Kp 6, in Skandinavien reicht oft Kp 2–3.

Wann sieht man Polarlichter?

Die besten Chancen bestehen bei dunklem, klarem Himmel – idealerweise zwischen September und März. Polarlichter treten häufig zwischen 22 und 2 Uhr auf. Neumond-Nächte sind besonders günstig. Schauen Sie nach Norden, möglichst weit weg von Stadtbeleuchtung, und geben Sie Ihren Augen 20 Minuten zur Dunkeladaption.

Was ist der Bz-Wert?

Der Bz-Wert beschreibt die Nord-Süd-Komponente des interplanetaren Magnetfeldes (IMF) und wird in Nanotesla (nT) gemessen. Er ist einer der wichtigsten Echtzeit-Indikatoren für Polarlicht-Aktivität.

Zeigt das Magnetfeld nach Süden (negativer Bz), kann es sich mit dem Erdmagnetfeld verbinden und Sonnenwindteilchen in die Atmosphäre einströmen lassen – Polarlichter entstehen. Ein positiver Bz (nordwärts) hält das Erdmagnetfeld geschlossen und blockiert diesen Prozess.

Richtwerte:

  • > 0 nT: Ungünstig – Erdmagnetfeld bleibt geschlossen
  • 0 bis −5 nT: Leicht günstig – schwache Aurora in polaren Breiten möglich
  • −5 bis −10 nT: Günstig – Aurora in hohen Breiten gut sichtbar
  • −10 bis −20 nT: Sehr günstig – Aurora auch in mittleren Breiten sichtbar
  • < −20 nT: Extrem günstig – starke geomagnetische Stürme, Aurora weit südlich möglich

Gemessen vom DSCOVR-Satelliten am Lagrange-Punkt L1, ca. 1,5 Mio. km vor der Erde. Die Daten bieten daher einen Vorlauf von 15–30 Minuten.

Was ist der Sonnenwind?

Der Sonnenwind ist ein kontinuierlicher Strom geladener Teilchen (Plasma), der von der Sonne in alle Richtungen abgestrahlt wird. Er besteht hauptsächlich aus Protonen und Elektronen und bewegt sich mit 300–800 km/s durch das Sonnensystem.

Für die Polarlicht-Entstehung sind zwei Eigenschaften entscheidend: die Geschwindigkeit und das eingebettete Magnetfeld (Bz). Hohe Geschwindigkeit (> 500 km/s) in Kombination mit negativem Bz schafft die besten Bedingungen für Aurora.

Quellen erhöhter Aktivität:

  • Koronale Massenauswürfe (CME) – gewaltige Plasmawolken nach Sonneneruptionen
  • Koronale Löcher – Regionen mit offenem Magnetfeld, aus denen schneller Sonnenwind strömt
  • Co-rotierende Interaktionsregionen (CIR) – Grenzzonen zwischen schnellem und langsamem Sonnenwind

Beobachtungs-Tipps

  • Dunkeladaption: Mindestens 20 Minuten ohne Bildschirm warten
  • Kamera mit Langzeitbelichtung zeigt oft mehr als das bloße Auge
  • Nördlich von 55° Breitengrad sind die Chancen am größten
  • Bei starken geomagnetischen Stürmen (Kp 7+) auch in Mitteleuropa möglich
  • Apps und Webseiten wie diese helfen beim Timing