Definition
Kp steht für „planetarische K-Zahl". Der Wert beschreibt die Schwankungen des horizontalen Erdmagnetfelds, ausgelöst durch geladene Teilchen aus dem Sonnenwind, die ins Magnetfeld einkoppeln. Eingeführt wurde der Index 1949 vom Geophysiker Julius Bartels.
Wie er entsteht
13 Magnetfeld-Observatorien zwischen 44° und 60° geomagnetischer Breite messen alle drei Stunden den lokalen k-Wert. Aus diesen lokalen Werten bildet das GFZ Potsdam einen quasi-logarithmischen Durchschnitt — das ist der globale Kp.
Drei-Stunden-Takt
Kp ist immer ein Drei-Stunden-Mittelwert: 00–03, 03–06, 06–09 Uhr UTC und so weiter. Dadurch glättet er kurze Spitzen weg. Wenn du nach extrem schnellen Schwankungen suchst, brauchst du Bz, nicht Kp.
Skala 0 bis 9
Die Werte sind in Drittel-Stufen unterteilt, geschrieben als „4-", „4o" oder „4+". Eine Zwischenstufe entspricht etwa einem Drittel der nächsten ganzen Stufe. Die Skala ist nach oben offen formuliert, aber praktisch begrenzt: Kp 9 ist seit Jahrzehnten ein Ausnahmefall.
Beobachtet vs. vorhergesagt
NOAA veröffentlicht Kp sowohl als gemessenen Wert (mit ein paar Stunden Verzögerung) als auch als kurzfristige Prognose für die kommenden 1–3 Tage. AuroraCast zeigt beides — die durchgezogene Linie ist beobachtet, die gestrichelte vorhergesagt.
Verwandte Indizes
Der ap-Index ist die lineare Umrechnung von Kp in Nanotesla und wird oft in der Forschung verwendet. Der Dst-Index misst die Stärke eines Sturms im äquatorialen Ringstrom und ergänzt Kp gut, vor allem bei sehr starken Ereignissen.